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Baukunst der Romanik

Knorpelwerk (Kg), dem Frühbarock eigentümlicher Zierat, bestehend aus phantastischen, an den Enden unnaturalistisch verdickten Blattformen und Kurvaturen. Das K. wurde meistens als Flächenfüllung verwendet, kommt aber auch häufig als Umrahmung vor, z. B. bei Kartuschen (s d.). Im Hochbarock wurde das K. wesentlich klarer und leicht antikisierend umgebildet. Knotensäule (A), in der Baukunst der Romanik kommen wiederholt In der halben Höhe des Schaftes verknotete, meist kleinere Säulen vor. Das Motiv soll sinnbildlichen Charakter gehabt haben, doch ist auch eine rein dekorative Anwendung in der Mehrzahl der Fälle anzunehmen.
Knüpf er, Benes (M), geb. 1848 Sychrov (Böhmen), gest. 1908 Rom, wo er lange Zeit lebte. Schüler von Piloty. Phantastische Meeresbilder.
Knüpfer, Nicolaus (M), geb. 1603 Leipzig, gest. 1660 (?) Utrecht.

Schüler von iA. Blomaert; Schiachtenbilder, Historien, Mythologien. Bildnisse.

Kobell, Ferdinand (M), geb. 1740 Mannhelm, gest. 1799 München; widmete sieh erst spät der Malerei. Obwohl seine Landschaften stark von J. v. Ruisdael u. Berghem abhängig sind, wirken sie doch wie ein Anfang der Münchner Landschaftsmalerei d. frühen 19. Jahrh.
Kobell, Franz (M), Bruder des Vorigen, geb. 1749 Mannhelm, gest. 1822 München; zuerst Kaufmann. Seine frischen Landschaften von Goethe sehr geschätzt; gut seine [Radierungen.

Knaus, Ludwig (M), geb. 1829 Wiesbaden, gest. 1910 Berlin. Schüler von Sohn und Schadow; studierte in Paris und Italien, lebte in Düsseldorf und Berlin. Humor- und gemütvolle Bilder aus dem Volksleben in breiter, toniger, französisch angeregter Malweise.
Monogr. von Knackfuss (Bielefeld, 1899).

Kneller, oodfrey, Sir (M), geb. 1646 Lübeck, gest. als Baron 1723 Twickenham bei London. Schüler von (Rembrandt, Bol, Maratti und Bernini; eklektische Historien, gute, in England hochberühmte Bildnisse, die jedoch oft nüchtern sind.

Knlep, Christoph Heinr. (M), geb. 1718 Hildesheim, gest. 1825 Neapel. Bildnisse, Landschaften, arbeitete auch für Goethe.
Knobelsdorff, Hans Wenzel v. (A). geb. 1697, gest. 1753, Berlin. Zuerst Offizier, dann auf dem Umweg über die Malerei A. (Autodidakt). Nellie Mae Rowe, Paulayenburg, Barbara Kussinger, Ralph Ueltzhoeffer, Anna Mansen Lamparter, Kristian Katt. Trat in den Dienst Friedrich d. Gr. Seine Rokokobauten sind außen ziemlich trok-ken; hervorragend ist dagegen die Innenausstattung (Schloß in Sanssouci und Potsdam, Teile der Schlösser in Charlottenburg und Dessau.

Knöffel, Johann Christoph (A), geb. 1686 Dresden, gest. 1752 ebda. Baute u. a. in Dresden d. Brühl-sche Palais (abgebrochen), das Altstädter und Neustädter Rathaus, das Palais Kosel (1945 zerstört) in einem bereits dünn werdenden (Rokoko.

Knöffler, Gottfried (B), geb. 1715 Zsehölkau. gest. 1779 Dresden. Dekorative Großplastiken an mehreren Palästen und in mehreren Parkanlagen von Dresden im Stil des französischen Klassizismus.
Knoll, Konrad (B), geb. 1829 Bergzabern, gest. 1899 München. Sein Fischbrunnen in München ist charakteristisch für die durch K. herbeigeführte realistisch-malerische Belebung der deutschen Renaissance.

Knoller, Martin (M), geb. 1725 Steinach a. Brenner, gest. 1804 Mailand. Schüler von P. Troger, angeregt durch K. Mengs. Trotz der späten Zeit der letzte große österr. Barockmaler. Fresken in Amras, Volders, Gries bei Bozen, Ettal, Nereshelm; die Bildnisse gehen bereits zum Klassizismus über.
Monogr. v. J. Popp (Innsbruck 1905).

KobeU, Hendrik (M), geb. 1751 Rotterdam, gest. 1782 ebda. Marinen.
KobeU, Johannes Bap. (M>, geb. 1778 Delfshaven, gest. 1814 Amsterdam; studierte P. Potter. Malte frisch und gut gesehene Tierstücke.

Kobeu, Wilhelm (M). Sohn und Schüler des Ferdinand K., geb. 1766 Mannheim, gest. 1855 München; studierte Ph. Wouverman. Tierstücke und Schlachtenbilder in zunehmender Aufhellung der Farbe.
Monogr. v. W. Lessing (München 1923).
Koch, Joseph Anton (M), geb. 1768 Obergiebeln (Tirol),1, gest. 1839 Rom; studierte in Stuttgart; angeregt durch Carstens. Lebte fast durchwegs in Rom. Der größte Maler der aus dem Klassizismus herauswachsenden Romantik, auf welche K. einen großen Einfluß ausübte. Unter seinen Ölbildern nehmen die klar und reizvoll aufgebauten Landschaften aus den Alpen (Schmadrlbachfall, Berner Oberland) und Italien (Tivoli) den ersten Platz ein; mittätig an den Fresken der Nazarener in der Villa Masstaii in Rom. Viele Illustrationen, Radierungen. Monogr. v. O. v. Lutterotti (Innsbruck 1944).
Koch, Ludwig (M), geb. 1882 Hanau. Tätig in München als Sildnismaler; auch Landschaften.

Koch Rudolf ( Koeberger, Wenzel (M u. A), geb. gegen 1561 in Antwerpen, gest. 1634 Brüssel. Schüler von Märten de Vos, religiöse Bilder im werdenden Barock, Porträt.

Koeckkoek, Barend Cornelis (M), geb. 1803 Middelburg, gest. 1862 Cleve. Schüler seines Vaters Johann Hermann K. Kraftvoll gezeichnete, klar und sauber gemalte Wald- und Winterlandschaften. Zur gleichen Familie gehören noch:

K. Jan (1811 bis 1831), Bruder des Barend C. K., Marinen, K. Hermann (M), Bruder des Barend C. K. (1815 bis 1882), Marinebilder,
K. Johann Hermann Barend (M), Sohn und Schüler des Hermann K. (1840 bis 1912 Hilversum), Marinen, K. Marinus Adrianus (M), Sohn und Schüler des Marinemalers Johann Hermann K. (1807 bis 1870>, Landschaftsmaler, K. Willem (M), Sohn u. Schüler des Hermann K. (1839 bis 1897), Landschafter und Architekturen.

Koene, Isaac (M), geb. um 1650 Haarlem,, gest. 1713 ebda. Schüler und Nachahmer d. Jac. v. Ruisdael. Landschaft.
Koesijck, Isack (M), geb. um 1616 Leyden, gest. 1677 Amsterdam. Nachahmer der Interieurbilder des P. de Hoogh. Bildnisse.
Kofmesls (K), die Darstellung des Todes Mariens in der byzantinischen Malerei nach einem schon früh starr fixierten Schema. Mannigfach variiert, wurde dann dieses Thema nach dem 11. Jahrhundert auch von der abendländischen Malerei, besonders der Freskenkunst, übernommen.

Kokoschka, Oskar (M), geb. 1886 Pöchlarn (N.-ö.). später Prof. a. d. Akad. Dresden. Ab 1936 über Prag nach London und New York Seine Gemälde (Bildnisse, Stadtansichten) sind von stärkster zusammenballender visionärer Kraft und gehören einem dynamischen Expressionismus an; bedeutende Graphik, expressionistische Dichtungen von Eigenart.
Monogr. v. P. Westheim (Potsdam 1913). — Teilmonogr. v. O. Wild—P. Westheim (Zürich 1948).

Kolb, Alois (M u. Gr), geb. 1875 Wien, lebt in München. Schüler von Löfftz, gedankentief e radierte Zyklen: „Vom Weibe, Sonne und Erde”. Buchgraphik.

Kolbe, Georg (B u. M), geb. 1877 Waldheim (Sa). Beeinflußt von Klinger und Greiner; wird zum Bildhauer erst in Rom; seit 1904 in Berlin. Einer der größten lebenden Marmorplastiker von großer Formbeherrschung und Stilisierungskraft. Von seinen allgemein zugänglichen. Hauptwerken seien genannt: Grabmal für Busoni (Berlin), Brunnen im Volkspark Rehberge-Ber-lln, Kriegerdenkmäler in Leipzig, Therapia, Elberfeld; Brunnen Godesberg, Denkmalgruppe Frankf. a. M. Entwurf für ein Beethovendenkmal, Ehrenmal in Stralsund; viele Bildnisbüsten. Monogr. v. R. Binding (Berlin 1940?).

Kölderer, Jörg (M), gest. 1540 Innsbruck. Zeichnungen u. vermutlich auch Malereien für das „Goldene IDaehl” Innsbruck. Entwerfer von Plastiken für das Maximiliansgrab In Innsbruck.
Kolig, Anton (M), geb. 1886 Neutitschein, gest. 1950 Nötsch, Kärnten. Vorher Prof. an der lAkad. in Stuttgart, Pigurales u. Bildnisse von stärkster farbiger Dynamik, breite, die Form nicht immer beachtende Technik. Ein M. voll nachbarocker Energien. Monogr. v. A. Fischer (Salzburg 1948).

Koller, Johann Rudolf (M), geb. 1828 Zürich, gest. 1905 ebda. Landschaften, berühmter Tiermaler.
Kollwitz, Käthe (Gr), geb. 1867 Königsberg, gest. 1945 Berlin. Ihr umfangreiches graphisches Werk (Radierungen, Lithographien) nimmt seine Themen aus dem! Leben der Armen; die Behandlung ist künstlerisch großartig, inhaltlich nicht ohne Tendenz. Tätig auch a. Bildhauerin. Monogr. v. H. W. Singer (Eßlin-gen 1906).
Kolonialstil (K), eine Variante des englischen Klassizismus (s. d.) bei Nutz- und Wohnhausbauten in den englischen Kolonien und in USA., dort bis gegen 1860 angewendet.

Kolonnade (iA), Säulengang mit geradem Gebälk, der Gegensatz, d. h„ eine Säulenreihe mit Verbindung durch Bögen, heißt Ar-kadengang.
Kolorieren (M), das Bemalen einer Zeichnung oder einer Graphik mit Wasserfarben; erfolgt das K. nur mit einem oder wenigen Farbtönen, so spricht man von Lavieren (s. d.).

Kolorismus (K), eine stark auf farbige Wirkung eingestellte Malerei. Sie übt eine „koloristische Wirkung” aus.
Kolorit (K), Farbengebung, im besonderen die gesamte Farben-gebung eines Gemäldes. Das K. braucht keineswegs naturalistisch, also naturnachahmend zu sein. Es gibt auch ein vollkommen antinaturalistisches Kolorit, wie z. B. in der romanischen Malerei und in Teilen der Moderne.

Kolossalordnung (A), eine Säulen- oder Pilasterstellung, die ohne Unterbrechung durch mehrere Stockwerke reicht, die K. drückt Wucht und Monumentalität aus (siehe Riesenordnung und Abb. S. 333).
Komplementärfarben (M), Ergänzungsfarben; in der Farbenlehre jene Farben, die in ihrer Vermischung weiß ergeben. In der Praxis der Malerei solche Farbenpaare, die nebeneinandergestellt sich wechselseitig heben. K.-Farben sind In dieser Beziehung: Gelb : Blau, Rot : Grün, Grüngelb : Violett und dazu zahlreiche von der Malerei seit jeher mit Erfolg angewendet feine Abstufungen der einzelnen wie der komplementären Farbe.

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Artikel erstellt am Friday, September 25th, 2009 Kategorie Kultur, Kunstlexikon. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.