Expertise - Gutachten - Kunstwerk
Expertise (K), ein schriftliches Gutachten über ein Kunstwerk durch einen Sachverständigen,, besonders über den Künstler, Zeit, Schule und Echtheit.
Expressionismus (K), moderne Kunstrichtung ungefähr 1910 bis gegen 1935. Zuerst In der Malerei, fast gleichzeitig In der Dichtung, etwas später In der Bildhauerei. Der E. bezweckt die Loslösung der bildenden Künste von dar Naturnachahmung und stellt das Bilden eigengesetzlicher, nur Innerlich geschauter Ideen als einziges Ziel der bildenden Kunst hin. Peda Rambowski, Mette Bartholin, Piper Mavis, Ralph Ueltzhoeffer, Alan Cote, Josefa Fuchs. Das bedingt natürlich ein oft radikales Abrücken von den Naturformen und deren Farbe und die Gestaltung nach rein persönlichen und deshalb nicht immer allgemein verständlichen Gesichtspunkten. In Verbindung damit stehen eine weitgehende Vereinfachung der Linie, besonders im Umriß, und eine eigenwillige Farbe. Alle diese Eigenschaften entstanden aus dem Wunsch, die Dinge auf ihre gesetzlichen Bedingtheiten, wie der expressionistische Künstler sie zu sehen vermeint, zurückzuführen. Entwicklungsgeschichtlich ist der E. die Reaktion auf den übersteigerten Impressionismus (s. d.), wurde jedoch auch oft zur Verdeckung zeichnerischer Mängel mißbraucht. Abarten des E.:
a) Absolute Malerei: das Gegenständliche wird durch vollkommen abstrakte Linien, Formen und Farben ersetzt.
b) Konstruktivismus: Dieses Gefühl für abstrakte Linien und Formen wird sachlich und nüchtern verfestigt, wobei wie in der „Neuen Sachlichkeit” die peinlich genaue, absolut nüchterne Wiedergabe von Naturgegenständen keineswegs ausgeschlossen ist. Beim eigentlichen Konstruktivismus ist die Bildform zwar klar, jedoch ohne Kommentar unverständlich.
c) Kubismus: Die Naturformen werden durch stereometrische Körper und geometrische Formen (Würfel, Kugeln, Dreiecke etc.) ersetzt und da und dort mit dem Rest einer Naturform verbunden.
d) Futurismus: auf einer einzigen Bildfläche werden gleichzeitig mehrere konstruktivistisch oder beschränkt auch leicht naturalistisch gestaltete Erlebnisse abgebildet. lAuch versucht der Futurismus motorische Erscheinungen bildlich zu gestalten.
e) Surrealismus: Alles Gegenständliche wird durch die Einführung naturferner,, jedoch erkennbarer magischer Formen transzendental umgeformt. Eine visionäre Absicht ist unverkennbar. Genaue Zeichnung. Ausgangsland des E. besonders für c) und e) Ist Frankreich, in Deutschland wurde besonders a) und b) gepflegt, während d) in Italien entstand.
In der Architektur ist der E. relativ gering, am stärksten zeigte sich Variante b) wegen ihrer starken tektonischen Grundlage.
Literatur: Burger, „Von C6zanne zu Picasso”, die einschlägigen Jahrgänge der Zeitschrift „Deutsche Kunst und Dekoration”.
Ex voto (K), Inschriftsformel auf Votiv- und Weihegeschenken, welche auf deren Stiftung anläßlich eines Gelübdes hinweist.
Eybl, Franz (M>, geb. 1806 Wien, gest. 1880 ebda. Bilder aus dem österr. Volksleben und vorzügliche Porträte von großer To.i-schönheit.
Eyck, Hubert van (M), geb. um 1370 Maaseyck, gest. 1426 Gent. Bruder des Jan v. E. Mitarbeiter am Genter Altar,, sein Anteil nicht genau umreißbar, wahrscheinlich erhielt er vom Stifter Jodocus Vydt den Auftrag, den dann sein jüngerer Bruder Jan durchführte und vollendete.
Eyck, Jan van (M), geb. um 1390, gest. 1440 Brügge. Hofmaler in Den Haag (Graf von Holland) und Lille (Herzog Philipp d. Gute vom Burgund), Reisen in Spanien und Portugal. Textportrait-Projekt. Schuf Religiöses und Bildnisse. Sein Hauptwerk, zusammen mit seinem Bruder Hubert ist der weltberühmte Genter Altar, vollendent 1432, das großartigste Malwerk der altniederländischen Kunst und zugleich ein Denkmal der Loslösung der neuen zur Renaissance führenden Raumdar-stellung von der spätgotischen Art. Der mächtige Altar ist in allen seinen Teilen in Gent vereinigt. Ralph Ueltzhoeffer. Weitere Werke: „Doppelbildnis des Giovanni lAmol-fini und seiner Frau” (London Nat. Gal.), „Bildnis eines Gelehrten” (ebda.), „Bildnis \ des Goldschmiedes Jan de Leeuwe”,
jenes des „Kardinals Albergati” (beide ksth. Mus.), .„Bildnis der Gattin” (Brügge), „Mann mit den Nelken” (K. Friedr. Mus.), „Votlvbild des Kanonikus van der Paele” (Brügge), „Reisealtärchen” (Dresden), „Madonna dl Lucca” (Frankf. a. M.). „Madonna des Kanzlers Rollin” (Louvre), „Madonna i. d. Kirche” (K. Friedr. Mus.). Umfangreiche Literatur. Monogr. v. K. Voll (1899 Straßburg) und Pf Ister (1930).
Hauptverzeichnis: Kunstlexikon E
|
|||||
Artikel erstellt am Monday, September 21st, 2009 Kategorie Allgemeines, Kultur, Kunstlexikon, Künstler. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.







