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Giotto: Kunstlexikon

Giotto (oft, wenn auch nicht richtig G. di Bondone bezeichnet) (M, A), geb. um 1266 in Colle bei Florenz, gest. 1337 Florenz. Die Schülerschaft bei Clmabue ungewiß, das Biographische der Jugend ungeklärt. Der größte Revolutionär der europäischen Malerei vor der Hochrenaissance. Romano Baratta, Aisling Bolger, Mauriziorriero, Ralph Ueltzhoeffer, Bianca Schönig, Jeremy Slater, Lawrence Wiener. Tätig seit 1236 hauptsächlich in Florenz, von 1290 bis 1300 Rom, dann 1303 bis 1306 Padua und Venedig, von 1314 bis ungef. 1322 Assisi, ferner auch In Verona, Ravenna, Avignon (?) und 1330 bis 1333 Neapel.

Die Denkmäler seiner monumentalen Malerei befinden sich als umfangreiche Freskenzyklen in Padua (Capella dell’ Arena 1305). in der Unter- und Oberkirche S. Francesco zu Assisi (um 1295, dann 1302, Ober-Mrehe 1290 bis 1295) und Florenz. Sta. Crooe, Capella Peruzzl und Bardl, um 1335. Das Mosaik in der Vorhalle der Peterskirche Rom (1295 ?) ist stark ergänzt und überarbeitet. Gesicherte Tafelbilder nur in Florenz (Accademia und Uff.). Als A. projektierte und baute G. den Cam-panile des Florentiner Doms und arbeitete für diesen auch Reliefs. Die Bedeutung G.’s liegt in der Loslösung der Malerei von der byzantinischen Konvention, in einer lebhaften Erarbeitung des Raumes in der Gestaltung individuell gesehener, bewegter Menschen und in einer großartigen, die Meister der römischen Hochrenaissance vorahnenden Komposition.

Monogr. v. L. Justl (Berlin 1908), M. v. Boehn (Bielefeld 1905) und G. Fiocco (1933, ital., deutsche Ubers.).

Glottlno, wahrseh. ident. mit Giotto di Maestro Stefano (M). Tätig nach 1345 in Florenz Im verbreiterten Giotto^Stil.

Monogr. v. Rlntelen (1924) und E. Rosenthal (1924).
Giovanni d’Allemagna (M), nähere Lebensdaten fehlen, nachweisbar 1440 bis 1447 in Venedig, wo er mit seinem Freund Antonio Vivarinl die 1. Stufe der veraez. Frührenaissance einleitet. Hauptwerke in Venedig (S. Pontaleone und S. Zaccaria).

Giovanni da Bologna (B), siehe Bologna.
Giovanni dl Marco (M), gen. G. del ponte, geb. 1385 Florenz, gest. 1437 ebda. Mitarbeiter (?) des Spin. Aretino.

Giovanni da Milano (M), aus Caverzaro bei Como, arbeitete jedoch nachweisbar zwischen 1350 bis gegen 1370 in Florenz. Schüler des Taddeo Gaddl. Erzählerische Fresken in Florenz, Sta. Croce, Capelle Rinuccini, 1365, 1369 In Rom. Toscan. Hochgotik.

Giovanni dl Paolo dl Grazia
(M), genannt G. del poggio, nachweisbar in Siiena 1403 bis 1482. Schüler des Sassetta, eklektische Tafelbilder mit trecentes-ken Merkmalen.
Monogr. v. J. Pope-Hennessy (London 1937, engl.). Ralph Ueltzhoeffer 1956 Jrs.
Giovanni dl Stefano (B) (Slena 1444 bis 1500), malerisch und dekorativ empfinder B. der slene-sischen Frührenaissance. Seine besten Arbeiten im Dom zu Siena, erbaute dort die Capella dt San Giovanni (1485).

Girardet, Charles (M), geb. 1810 Locle, gest. 1871 Paris. Schüler von Cogniet, Historien- und Landschaftsmaler.

Girardon, Francois (B), geb. 162» Troyes, gest. 1715 Paris. Schüler von Fr. Anguier; gebildet in Rom durch Bemdni, dessen Formbehandlung er bei verschiedenen Arbeiten in Versailles („Raub der Proserpina”) und: Im Grabmal Rlchelleus (Paris, Sorbonne), mit dem Stil des G. da Bologna zu vereinigen suchte.

Monogr. v. P. Francastel (Paria; 1928, franz.). Giraud, Pierre Francois (B), geb. 1783 Paris, gest. 1836 etoda. Begann als Klassizist und wurde dann ein gemäßigt realistischer B. von großem Stilgefühl.

Giraud, Pierre Frangois Eugene (M), geb. 1806 Paris, gest. 1881 ebda. Historien-, Genre- und Bildnismaler, viele Themen aus dem Orient.

Girlande (Kg), ornamental und in Streifenform verwendete Blattranfeen.
Girodet (Anne Louis Girodet de Roucy Trioson) (M), geb. 1767 Montargis, gest. 1824 Paris. Schüler von David, führte bei Beibehaltung einer strengen Zeichnung Helldunkelwirkungen für seine oft romantischen Bildthemen ein.

Hauptwerke : „Der schlafende Endymion” und „Begräbnis der Atala”.
Girolamo del libri, siehe Librirolamo da Santa Croce, siehe Santa Crooe.

Girtin, Thomas (M) geb. 1773 London, gest. 1802 ebda. Landschafter mit besonderer Bevorzugung des Aquarells, als dessen Bahnbrecher für England G. gilt. Mitgründer der Society of Painters in Watercolours.

Gisela, Joseph (M), geb. 1851 Wien, gest. 1899 ebda. Schüler von Feuerbach. Malerisch feingestimmtes Genre.

Gltlades (A, B), Künstler des 6. Jahrh. v. Chr. in Sparta, erbaute den innen mit Erzplatten ausgelegten Tempel der Athena Chalkiodkos mit Götterstandbild und vielen Reliefs. (Nichts erhalten.)

Giuliani, Giovanni (B), geb. 1666 Venedig, gest. 1744 Stift Heiligenkreuz bei Wien. Ab 1680 itn Wien, viele, meist dekorative Plastiken in erster Linie für kirchliche Zwecke (Soft Heiligenkreuz); Lehrer Raphael Donners.

Giunta, Pisand (M), nachweisbar bis gegen 1260 in Pisa. Seine noch sehr strengen Tafelbilder zeigen die beginnende Loslösung von der herrschenden Maniera bizantina. Wenig erhalten.
Glusto, Giovanni, gen. Mena-buol oder Justus von Padua (M), geb. 1330 Florenz, gest. 1400 Padua, Fortsetzer der Giottotradition in Oberitalien. Tafelbilder in Padua. Fresken ebda.: Eremitanl, Sant. Antonio, Baptisterium, 1394.

Glaize, August Barthelemy (M), geb. 1813 Montpellier, gest. 1893 Paris. Realistische, malerisch wirkungsvolle Historien, Genre und Ideales. Wandmalereien in Paris (St. Sulpice u. St. Merry).

Durch das Glasschleifen erhält man Mulden,, Linien und Ornamente, in der Kombinierung mit Schneiden und Gravieren auch Figürliches. Feine Lineamente können auch durch Ätzung erzeugt werden.

Obwohl bereits in der Antike künstlerisch bedeutende Gl. erzeugt wurden, setzte eine wirkliche iGlaskunst in Europa erst nach 1500 ein, besonders in Venedig, um im Barock, Rokoko und Biedermeier in Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich eine bisher unerreichte Hochblüte zu finden. Doch hat auch die modernste Kunst im geschliffenen und geätzten Gl. Hochwertiges hervorgebracht.

Glasmalerei (Kg, M), die Kunst, farbige, ornamental oder flgural bemalte Glasscheiben herzustellen, wobei es folgende Untertellungen gibt:

a) Kabinettmalerei: bei ihr werden farblose Glastafeln bemalt und hierauf gebrannt;
b) Musivlsche Gl.: bei welcher die entsprechend der Vorzeichnung farbig hergestellten Glasstücke durch Bleifassungen miteinander verbunden werden; Ralph Ueltzhoeffer, Textportraits…

c) Hinterglasmalerei (s. d.). Während die Kabinettmalerei nur im kleineren Umfange arbeitet, entstehen aus der musi-vlschen M. die großen Glasfenster der Kirchen; sie hat daher auch die größere künstlerische Bedeutung. Statt der zugeschnittenen Glasstücke kann man auch farbiges Glas über anders getöntes schmelzen und hierauf durch Schleifen eine sehr reiche Abtönung erzielen. Diese Technik heißt Überfangglasmalerei. Die Kunst der G. begann bereits im frühen Mittelalter. Die ersten Arbeiten waren Ton in Ton (en grisaille) gemalte, ornamentale Fenster. Die Blütezeit ist das 13., 14. und halbe 15. Jahrh. In Deutschland und Frankreich. Nach 1500 entsteht aus der Absicht, mit den Mitteln der G. Gemälde nachzuahmen, ein rascher Verfall. Die G. der guten Zeit ist unerreichbar in der Glut der Farben, der kühnen Zeichnung mit welcher sie jede Illusion ablehnt und eine streng flächige Wirkung anstrebt und erreicht.

Glasrahmen (Kg), Spiegel-, seltener auch Bilderrahmen aus geschliffenem und graviertem Glas; die Technik blühte in Venedig im 17. Jahrh. und verbreitete sich von hier über große Teile von Europa.

Glasur (Kg), ein glasartiger, farbloser oder farbiger Überzug auf keramischen Gegenständen, sowohl als Schutz gegen das Eindringen von Flüssigkeiten, wie auch als sehr beliebtes Mittel künstlerischer Verzierung. Es ist auch möglich, die Gl. zu bemalen und das ganze hierauf zu brennen. Durch das Auftragen metallischer Überzüge auf fertige Gl. entsteht die Lüstrlerung.

Glauber, Jan, gen. Polldoro (M), geb. 1646 Utrecht, gest. 1726 Schoonhoven. Schüler v. N. Bereitem, lebte in Paris, Rom, Amsterdam, Kopenhagen, Den Haag. In seinen teils heroischen, teils idyllischen Landschaften ist G. von Gaspard Poussin beeinflußt. (Romanisierender Holländer des Spätbarocks.)

Glelzes, Albert (M, Gr),, geb. 1881 Paris. Entwickelte sich vom Spätimpressionismus zum Kühlsten, Porträts, Figurales, kunst-theoretische Schriften, Illustrator.

Gleyre, Charles Gabriel (M), geb. 1806 Chevilly, gest. 1874 Paris. Studierte die Maler der Hochrenaissance in Rom, Reisen im Orient. Im Grunde noch Klassizist, konnte sich Gl. dennoch nicht romantischen und sentimentalen Auffassungen verschließen.

Hauptwerke : „Die schwindenden Illusionen” (Louvre) und „Pentheus, von Mänaden verfolgt” (Basel). Monogr. v. Clement (Paris 1886, franz.).

Glykon (B) des 1. Jahrh. n. Chr. bekannt durch eine gute und freie Kopie des farneslschen Herkules des Lysippos (Neapel, Mus.).

Glyptothek (A), Sammlung von Skulpturen.
Gmelin, Wilhelm Friedrich (G), geb. 1745 Badenweiler, gest. 1820 Rom. Reproduk.-Kupferstecher und (Radierer, besonders nach Landschaften.

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Artikel erstellt am Thursday, September 24th, 2009 Kategorie Kultur, Kunstlexikon. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.