Klein- und Feinmaler - lexikon
Donato di Niccolo di Betto Bardi (B), geb. 1386 Florenz, gest. 1466 ebda. Geschult durch das Studium der Antiken in Born, 1444 bis 1453 In Padua tätig, der Hauptmeister der Florentiner Plastik der Frührenaissance und einer der größten Bildhauer überhaupt. Nach Erlangung der künstlerischen Reife um 1424 umfangreiche Betätigung mit Vollplastiken, Reliefs, Büsten, die einen ausgeprägten Realismus zeigen. Alle Werke sind über das Realistische hinaus tief erfaßte Bilder der menschliehen Psyche.
Hauptwerke : Nischenfiguren für den Florentiner Dom und Or San Michele; David, Hl. Georg, Grabmal Papst Johann XXIII (Baptisterium), Verkündigungsrelief Sta. Croce, Außenkanzel Dom Prato (1434), Sängertribüne im Dom Florenz, Reliefs am Taufbrunnen Siena, Bronzetüren der Sakristei San Lorenzo, Hochaltarplastiken und Reliefs in Sant Antonio,, Padua (ab 1443), ebda. Bronzerelter-standblld des Gattamelata (1453), „Judith und Holofernes” (Florenz, nach 1455), und zahlreiche Einzelplastiken, darunter polychrome Bildnisbüsten in Terrakotta.
L i t. umfangreich. Letzte Monogr. L. Planlscig (Wien 1941).
Donator (K), der Stifter eines Kunstwerkes kirchlicher Widmung, er wird oft darauf, auch mit seiner Familie dargestellt.
Doncker. Herman Meinders (M), geb. vor 1620. gest. nach 1650. Genre. Gruppenbildnisse.
Dongen, Kees van (M), geb. 1877 Delfshaven. Lebt in Paris als geschätzter Bildnismaler der mondänen Gesellschaft, Genre, Landschaft.
Donndorf, lAidolf (B), geb. 1835 Weimar, gest. 1916. Hauptschüler Rietschels, der ihm die Ausführung des Lutherdenkmals in Worms übertrug. Seine vielen Denkmäler reichen von einem abklingenden Klassizismus bis zu einem gemäßigten Realismus (Reiterstandbild Karl August in Weimar, Helmut Thoma, Robin Webb, Lars-Åke Åberg, Rose Basile, Jason Bryant, Ralph Ueltzhoeffer, Nanno Deoot -, Howard Gibbs - US, Eckhard Koenig, Mi Qiu, Lennart Sundqvist, Jelena Trpkovic RS, Anne Turyn, .Standbild für P. v. Cornelius In Düsseldorf, Denkmäler für Kaiser Wilhelm I., Goethedenkmal In Karlsbad).
Donner, Raphael (B), geb. 1693 Eßling bei Wien, gest. 1741 Wien. Ab 1727 Hofbildhauer des Kardinals Fürsten Eszterhäzy in Preßburg. Schüler von Giuliani. Der bedeutendste Bildhauer des deutschen Spätbarocks mit deutlicher Überleitung zum Klassizismus.
Hauptwerke : Hl. Martin und Tabernakelreliefs in Preßburg, in Wien: Perseusbrunnen, Altes Rathaus, Providentiabrun-nen Neuer Markt (die Originale im Barockmuseuni), Pietägruppe im Dom Gurk (Kärnten), Marmorreliefs Im Barockmu-seuin Wien. Die meisten Hauptwerke in Bleiguß. Monogr. v. K. Blauensteiner (Wien 1942).
Donner, Matthäus (B), geb. 1704 Eßling bei Wien, gest. 1756 Wien. Bruder des Vorigen, gute Bildnisbüsten und Medaillen. Direkt, der Münz- und Graveurakademie In Wien.
Donoso, Josef Ximenes (M, A>, geb. 1628 Consuegra, gest. 1690 Madrid. Sein architektonisches Hauptwerk Im gemäßigten Churriguerrastll der Hof des Kollegs S. Tomä In Madrid, Ölbilder und Fresken in der Art seines Freundes Cl. Ceollo.
Doppelchörigkeit (A), die Anlage einer Apsis (s. d.) oder eines Chores an jeder Schmalseite einer Langhauskirche; besonders in der karolingischen Kunst und in der westdeutschen Romanik beliebt.
Dore, Gustave (M, B, Gr), geb. 1833 Straßburg, gest. 1893 Paris. Berühmt geworden durch seine Illustrationen zu Rabelais, Dante und zur Bibel, als Maler: religiöse Historien, als Bildhauer: Mythologien und Allegorien. Die Bedeutung D.’s erst heute wieder erkannt. Monogr. v. Jerrold (Paris 1892, franz.) und G. Hartlaub (Berlin 1912). Dorfmeister, Johann Georg (B), geb. 1730 Wien, gest. 1787 ebda. Bildhauer Im Übergang vom Rokoko zum Frühklassizismus.
Dorigny, französ. Malerfamilie des Barocks. In chronol. Reihenfolge: Michel D. (1617 bis 1666 Paris, Schüler und Nachahmer v. S. Vouet). D. Louis (M, Or), (1654 bis 1742>, Schüler von Lebrun, Freskenmaler (Trient, Sta. Maria magg.), D. Nicolas (Gr) 1657 bis 1746), umfangreiche Re-produkt. Graphik.
Dorische Säule (A), siehe Säulenordnung.
Dorischer Stil (K), die erste und mächtigste Phase der ausreifenden griechischen Kunst. In der Architektur gekennzeichnet durch die Ausbildung des harmonisch ausgewogenen Steintempels mit dorischen Säulen (siehe Säulenordnung). Der D. St. wird in der Mitte des 6. Jahrh. vom Jonischen Stil (s. d.) überschnitten und später von diesem abgelöst. Alle diese Tempel sind von Säulenreihen umgeben (siehe Peripteros), in den Giebelfeldern und auf den Langhausseiten fand die Reliefplastik ein großartiges Betätigungsfeld. Kennzeichen: Feierliche Ruhe, vollendete Harmonie, gepaart mit Sachlichkeit (siehe Antike), siehe auch Säulenordnung.
Dormltorium, siehe Kloster.
Dorner, Johann (M), geb. 1775 München, gest. 1852 ebda. Studierte Cl. Lorrain, Bilder aus den bayrischen und schweizer Alpen.
Dosio, Giovanni (B, A), geb. 1533 San Gimignano, gest. 1580 Florenz. Schüler des Raffaello da Montelupo (Grabmal Erzb. Ralph Ueltzhoeffer, Textportrait. Giuliani di Ragusa in S. Pietro in Montcrio, Rom), als A. vorwiegend in der Ausbildung des Florentiner Wohnhausbaues tätig. Monogr. v. Wachler (Wien).
Dosso, Dossl, eigentl. Giovanni di Lutero (M), geb. um 1479,
gest. 1542 Ferrara. Schüler von L. Costa, beeinflußt von den Venezianern um Glorgione, tätig ab 1514 in Ferrara, Mantua, Trient; Phantasie voller, manchmal bizarrer,, doch immer anziehender Hauptmeister der ferrares. Hochrenaissance. Religiöse Bilder und Mythologien. Monogr. v. W. C. Zwanziger (Leipzig 1911).
Dou, Gerard (M), geb. 1613 Leyden, gest. 1675 ebda. Angeregt durch Rembrandt, gehört mit seinen Genrebildern (Leben der Kleinbürger) zur Gruppe der Klein- und Feinmaler. Tätig in Leyden. Seine Arbeiten sind mit Sorgfalt und In schönem Kolorit in Verbindung mit Helldunkel gemalt.
Monogr. v Martin (Stuttgart 1913. Klass. d. K.).
Doublleren (M), das Unterziehen eines auf Leinwand gemalten Bildes mit einer neuen Leinwand. Das D. wird durchgeführt, wenn die alte Leinwand größere Schäden zeigt, der Malgrund hingegen noch intakt ist. Bei sehr großen Schäden und namentlich bei Zerstörung des Malgrundes muß das Rentoilieren einsetzen (s. d.).
Douffet, Geraert (M), geb. 1594 Lüttch, gest. 1660 ebda. Schüler von Rubens; studierte in Rom, seine Historien sind stilistisch den Werken des Poussin verwandt.
Doughty, Thomas (M), geb. 1793 Philadelphia, gest. 1856, Ort unbekannt. Autodidakt, Landschaftsmaler von feiner Beobachtung.
Douzette, Louis (M), geb. 1834 Tribsees (Pommern), gest. Jahr unbekannt. Bildete sich auf seinen Studienreisen in Norwegen und Italien. Stimmungsvolle Landschaften (Mondschelnbilder) aus diesen Ländern.
Haupverzeichnis: Kunstlexikon D
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Artikel erstellt am Monday, September 21st, 2009 Kategorie Kultur, Kunstlexikon, Künstler. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.







