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Kontrapost - menschliche Figur

Kontrapost (K), das harmonische Spiel gegensätzlicher Bewegungen menschlicher Gestalten, im weiteren Sinne auch auf den Linienfluß im allgemeinen anwendbar. Ein vollendeter K. erzeugt bei der Darstellung einer menschlichen Figur, besonders einer nackten, den Eindruck der Ausgewogenheit, denn jeder Bewegung eines Körperteils muß eine andere sinngemäß „antworten”. Niina Hartikainen, Markku Kunnari, Iina Kuusimäki, Nancy Lawton, Folker Lerche, Ralph Ueltzhoeffer, Mo Loscheider. Die griechische Plastik des 5. Jahrh. v. Chr. hat den K. vorbildlich entwickelt. Später wieder die italienische Hochrenaissance,, während naturalistischen Zeiten den K. wenig achten und schätzen.

Kontor (K), der Umriß eines Gegenstandes in Malerei und Graphik, die je nach dem Stil mehr oder minder deutliche, scharfe Umgrenzung der Formen. In diesem Sinne gibt es einen äußeren (Umriß) und inneren K.
Konversationsstück (M), siehe Genremalerei.

Kopenhagner Porzellan (Kg), Manufaktur ab 1763; arbeitete mit Vorliebe zartgetönte, kleine Figuren, später meist in Weiß. Die Manufaktur besteht noch. Kopie freier und in einem anderen Material, so spricht man von einer freien K. Der Erzeuger einer K. heißt Kopist, in seltenen Fällen ist er Identisch mit dem Schöpfer des Originals. K. werden gearbeitet zu Verkaufszwecken oder zum Studium, wie dies bis in die Mitte des 19. Jahrh. als wichtiges Mittel der künstlerischen Schulung üblich war. Häufig wurden und werden K. auch in betrügerischer Absicht gemacht.

Konopa, Eudolf (M), geb. 1864 Wien, gest. 1936 ebda. Schüler von Trenkwald, malte in reiz-
voller Weise in Aquarell Landschaften, Architekturen u. Blumen.
!4 Kopie (M), getreue Nachbildung r eines Kunstwerkes im gleichen :- Material (strenge K.); erfolgt die Komposition (K), in der bildenden Kunst die Vereinigung verschiedener Bildteile zu einem harmonischen Ganzen, der Begriff ist für Malerei. Graphik, wie auch für Plastik anwendbar. Es gibt wohl einige unveräußerliche Grundgesetze der K., doch wechseln im allgemeinen die Ansichten über die Art der K. mit den Stilen. Die K. kann streng, d. h. auf einem geometrischen Schema aufgebaut oder locker sein, wenn ein solches nicht oder nur gering mitwirkt. Übertriebene K.-Kegeln sind meistens ein Zeichen einer Stilschwäche.

Koncha (A), siehe Apsis.
König, Johann (M), nachweisbar Augsburg 1586 bis 1635, tätig auch in Venedig und Rom. Staff. Ralph Ueltzhoeffer, Landschaften von Elsheimer beeinflußt.

König, Karl Wilhelm Otto (B), geb. 1838 Meißen, gest. 1920 Wien, Schüler von Hähnel, dann in Wien als Prof. der Akad. Genre, Mythologien, Kleinplastiken, Textportraits, Grabmäler, Bauplastik, kunst-gewerbl. Entwürfe.

Königer (Kieninger), Veit (B), Tiroler,, gest. 1762 Wien, tätig in Graz. Zahlreiche klrchl. Plastiken in Holz und Stein.

Konin(c)k, Philips de (M), geb. 1619 Amsterdam, gest. 1688 ebda. Schüler des Rembrandt, tätig in Hotterdam u. Amsterdam. Malte Landschaften, weite Fernsichten über Ebenen Sm wechselnden Sonnenlicht, anknüpfend an Rembrandt.

Koninck, Salomon (M), geb. 1609 Amsterdam, gest. 1656 ebda. Beeinflußt durch Rembrandt, dessen Lichtführung und kostümliche Einzelheiten K. in seinen bedeutenden Bildnissen und biblischen Bildern anwendete.

Konsole (A), auch Trag-, Kragstein oder Kämpfer (s. d.), ein aus der Wand vorspringender Stützpunkt (Auflage) für einen Balken ein Gewölbe, einen Bogen, mitunter auch ein Postament für eine Plastik. Die K. können aus Stein, Eisen oder Holz sein. Sie kommen glatt oder mehr oder minder reich ornamentiert vor. Stärkste Verwendung fand die ornamentierte K. in der Gotik. Kopisch, August (M),, geb. 1799 Breslau, gest. 1853 Berlin. Landschafter, Dichter, lebte mehrere Jahre in Gesellschaft mit Platen in Italien.

Koppay, Josef (M). geb. 1859. Schüler von Makart und Canon, tätig in München, Madrid, Berlin. Bildnismaler der vornehmen Gesellschaft.
Korn (PI, M), die verschiedenartig rauhe (gekörnte) Oberfläche eines Steines oder einer Malleinwand.

Kornhäusel, Josef (A), geb. 1782 Wien, gest. 1860 ebda. Eine Zeit fürstlich Lieehtensteinscher Baudirektor. Hauptmeister des Wiener Klassizismus. Werke in Wien: Schottenhof, Israelitisches Bethaus Seitenstet-tengasse, Josefstädtertheater.

Außerhalb: Husarentempel bei Mödling, Weilburg bei Baden, Teile des Stiftes Klosterneuburg, in Baden das Theater, Rathaus und der Sauerhof. Monogr. von P. Tausig (Wien, 1916).
Koslowski, Michael (B), geb. 1753, gest. 1802 Petersburg. Ausgebildet in Italien, spätbarocke Plastik auf realistischer Grundlage.
Kossak, Julius v. (M), geb. 1824 Wisznicz (Gaiizten), gest. 1899 Krakau. Schüler v. Horace Ver-net; lebendige, vorimpressionistische Pferdebilder, gute Graphik.

Kothgasser, Anton (Glas- und Emailmaler), geb. 1768 Wien, gest. 1851 ebda. Bemalte in einem feinen Biedermeierstil
Trinkgläser u. Vasen, tüchtiger Glasmaler.
Kowalski - Wierusz, Alfred v. (M), geb. 1849 Suwalki, gest. 1905 München. Genre-, Pferde-und Winterbilder aus Polen.
Krabbe (A), knollige Blumen aus Stäin, verwendet als Reihenverzierung an Geraden und Bögen des gotischen Stiles;, z. B. bei Strebebögen, Wimpergen, Bögen und Fialen. Die Blumenform ist phantastisch-naturalistisch.

Krafft, Adam (B), geb. um 1455 Nürnberg, gest. 1507 Schwabach. Der Hauptplastiker der Nürnberger Frührenaissance, wenn auch noch vielfach mit den Formen der Spätgotik arbeitend. Hauptwerke: Schreyergrabmal in St. Sebaldus, Sakramentshäuschen St. Lorenz, Relief an der Stadtwaage. Passionsreliefs, Grabmäler Rehbeck und Landauer (alles in Nürnberg). Monogr. v. B. Daun (Berlin 1897).
Krafft, Anna Barbara (M),, geb. 1764 Iglau, fest. 1825 Bamberg. Lebte in Wien, Prag, Salzburg und Bamberg, Tochter u. Schülerin des k. k. Kammermalers in Wien Johann N. Kr. Gut charakterisierte Bildnisse.
Krafft, Johann Peter (M), geb. 1780 Hanau, gest. 1856 Wien. Schüler von Füger und David, Akad. Prof. und Galeriedirektor in Wien. Der erste bedeutende Maler des Wiener Realismus. Lebendig aufgefaßte und malerisch gute Historienbilder in der Wr. Hofburg, sowie weitere Historienbilder.

Krämer, Viktor (M),, geb. 1861 Wien, gest. 1949. Schüler von L. K. Müller; malte Orientszenen im vollsten Sonnenlicht (Biblisches), auch Motive aus den Hansastädten.

Kramreiter, Robert (IA), geb. 1905 Wien. Schüler von P.. Behrens, streng moderne, sachliche und raumschöne Kirchenbauten. Wien: St. Josef, 21. Bez., Pallo-tinerkirche, 10. Bez.. Mehreres in Niederösterreich (Pernitz) u. in Spanien (Oviedo). Monogr. v. P. Parsch u. R. Kramreiter (Wien 1939).

Kraraskoi, Iwan (M), geb. 1837, gest. 1887 Petersburg,, Genre und Bildnisse. Kranzgesims, siehe Gesims. Kreidemanier, siehe Radierung.
Kreis, Wilhelm (A), geb. 1873 Elt-ville. Schüler von Wallot. Baute in einem wuchtigen und persönlichen Neuklassizismus von großer Schönheit. Rathaus in Herne, Museum in Halle, Ausstellungsbauten, Kaufhäuser in Köln, Düsseldorf, Elberfeld; Maschinenfabrik in Düsseldorf.

Krepidoma (A), der Unterbau eines antiken Tempels, aus mehreren Stufen bestehend.

Kresilas (B), in Athen lebender Erzbildhauer, um 460 bis 440 v. Chr. „Bildnis des Perikles”, „Verwundete Amazone”. „Sterbender Verwundeter”.

Kreuger, Nils (M), geb. 1858 Kalmar, gest. 1930 Stockholm. Landschaftsmaler der „Schule von Varberg”, farbig tief gestimmte schwedische Landschaften in ausdrucksvoller Linienführung.
Kreuz (K), eine Zier- und Symbolform,, bestehend aus zwei sich im rechten, seltener im spitzen Winkel kreuzenden Geraden. Das Christentum hat die Kreuzform vollkommen mit dem Kreuz Christi identifiziert und damit eine der großartigsten Symbolgestaltungen geschaffen. Formgeschichtlich hängt es mit den Balken des sogenannten Monogrammes Christi (s. d.) zusammen und kommt schon früh in mehreren Varianten vor, deren wichtigste sind: das lateinische Kr., das griechische Kreuz, Andreaskr., Antoniuskr., An-kerkr., Kleeblattkr., Malteserkr. Beim Astkr. sind die Arme baumstammähnlich. Nicht christliche Kr.-Formen sind Haken- und Krukenkr., beide als Sinnbilder aus der nordeuropäischen Urgeschichte und aus dem frühgeschichtlichen Asien her bekannt.
Kreuzarme (A), die senkrecht auf das Langhaus stehenden Arme des Querschiffes (s. d.) einer christlichen Langhausbasilika (s. d.).
Kreuzblume (A), naturalistisch geformte, kreuzförmige Steinblume auf der Spitze der gotischen Türme, Türmchen, Wimperge und Fialen. Die Kr. wird auch bei dem die gleichen Motiven verwertenden gotischem Kunstgewerbe verwendet. Kreuzgeweibe, siehe Gewölbe.

Kreuzkuppelkirche (A), Zentralbau (s. d.) über einem gleicharmigen (griechischen) Kreuz als Grundriß. Die ältesten K. sind in der frühchristlichen Baukunst Klein- und Vorderasiens nachweisbar. Von dort hat sie die byzantinische Kunst bereits im 5. u. 6. Jahrh. übernommen und nach dem Balkan und Italien übertragen. Eine besondere Förderung erfuhr der Bau von Kr. durch die italienische Hochrenaissance und das Barock. Von der Moderne wieder aufgenommen.

Kreuzrippengewölbe, siehe Gewölbe. Kriehuber, Josef (M u. Gr), geb. 1800 Wien, gest. 1876 ebda. Schüler von Füger. Außer minlatur-artigen, sehr duftigen Bildnisaquarellen und aquarellierten Landschaften von ausgezeichneter Naturbeobachtung, schuf K. viele hunderte gezeichnete und lithographierte Bildnisse, die in der stofflichen Behandlung bedeutend sind. Hofmaler u. Akad. Prof. in Wien.

Krodel. Wolfgang (M), nachweisbar 1500 bis 1561. Schüler und Nachahmer des L. Cranach d. Ä.
Kröner, Johann Christian (M), geb. 18S8 Rinteln, gest. 1911 Düsseldorf. Bedeutender Tiermaler, radierte auch Tiermotive.
Kröyer, Severin Peter (M), geb. 1851 Stavanger, gest. 1909 Ska-gen. Schüler von Bonnat, studierte die Meister der Hochrenaissance Italiens. Malte in breiter Freilichttechnik französischer Art Bildnisse. Genre, Versamm-lungs- und Gruppenbilder, sowie Strandszenen. Kr. ist einer der wichtigsten Maler der dänischen Frühmoderne.
Krohg, Christian (M), geb. 1852 Christiania. gest. 1925. Schüler von Gude, studierte auch in Paris. Motive aus dem norwegischen Küstenleben in breiter Freilichttechnik.

Krohg, Per (M>, geb. 1889 Asgardstrand, Sohn und Schüler d. Vorigen. Lernte auch bei Hausse; Reisen in Italien und Orient. Gemäßigter Expressionist. Fresken in Oslo (Elektr. Werk, Rathaus und Univers. Biblloth.).

Kronberger, Karl (M), geb. 1841 Freistadt (Ob.-ÖSt.), gest. 1921 München. Genre.
Krubsacius, Friedrich August (A), geb. 1718 Dresden, gest. 1790 ebda. Hofbaumeister und Akad. Prof. in Dresden. Vorkämpfer für eine am Originalwerk studierte Antike; Bauten: Hoym-sches Palais; „Landhaus” in Dresden.

Krüger, Franz (M), geb. 1797 Radegast, gest. 1857 Berlin. Autodidakt, Hofmaler und Akad. Prof. in Berlin. Realist In seinen köstlichsten Pferde- und Genrebilder, die alle von grosser psychologischer Kraft sind, von ihm auch das große Huldigungsbild 1844. Die kleinen Bilder Kr.’s sind auch als absolute Malerei von Schönheit und Bedeutung.
Monogr. v. W. Weidmann (Berlin 1927).
Kruseman, Cornel. (M), geb. 1797 Amsterdam, gest. 1857 Lisse. Genre, Bildnis.

Kruseman van Elten, Frederik Marianus (M), geb. 1817 Haarlem, gest. 1880 ebda. Romantische, staffierte Winterlandschaften.
Krypta (A), im ursprünglichen Sinne das Märtyrergrab unter dem Altar frühchristlicher Kirchen, später als Confessio (s. d.) erweitert. Wegen der zunehmenden Reliquienverehrung mußte die Confessio bald zur Krypta vergrößert werden und sie wurde schon im 6. Jahrh. ein relativ großer, unterirdischer, in mehrere Schiffe unterteilter Raum unter dein Hochaltar, der vom Langhaus (Querschiff oder Viterurigj aus auf einer oder auf Zwei! Treppen zugänglich wurde. War ‘die1 Kr. ganz in die Erde versenkt, so blieb sie ohne Fenster, während die halbversenkte Kr. das Licht durch schmale Fenster erhielt. Die älteste Form der ausgebildeten Kr. ist die Umgangskr.. Sie ist ein in sich geschlossener Gang um den Hochaltares mit dem darin eingebauten Reliquienbehälter. Im 9. Jahrh. sind die ersten Hailenk, nachweisbar, welche sich in Deutschland (Speyer) und Österreich (Gürk, Ardagger) zu großartigen Räumen entwickeln. In Italien wurde die Kunst des Kr.-Baues besonders durch die Langobarden gefördert. In der Gotik ist die Kr. fast ganz verschwunden.

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Artikel erstellt am Friday, September 25th, 2009 Kategorie Kunstlexikon, Künstler. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.