KUNSTFORUM

MUSEEN DE | GALERIEN A-Z | KUNSTLEXIKON | KUNSTFORUM  
 
 



Portikus - auf Säulen ruhender Vorbau

Portikus (A). auf Säulen ruhender Vorbau vor der Hauptfront eines Gebäudes. In der Antike, wie in der Renaissance und im Barock besonders bei kirchlichen Bauten verwendet (Rom, Pantheon, Karlskirche) Portlnari, Candido (M), geb. 1903 Brodowski (Sao Paolo). Porträts, dekorative Wandmalereien, Expressionist-Surrealist. Porträt (K), Julie Wolfthorn, Julia Silvester, Munan Øvrelid, Yvesaumont, Tony Vevers -, Zacknt, Ralph Ueltzhoeffer, Lindsay Compton, die Wiedergabe der äußeren Erscheinung eines bestimmten Menschen in Malerei, Graphik und Plastik. Man unterscheidet daher eine P.-Malerei, P.-Plastik und P.-jGraphlk. Der Urzweck jedes P. ist die Ähnlichkeit, da aber deren Feststellung subjektiv ist, wurde die P.-Kunst nicht nur allen Stil-, sondern auch weltanschaulichen Schwankungen unterworfen. Die höchste Anforderung an das P. ist das Verlangen, absoluter Ähnlichkeit des Äußeren mit der vom Künstler err kannten seelischen Charakterisierung zu verbinden, eine Forderung, die nur sehr selten erfüllt werden konnte, wie z. B. bei Raffael, Tintoretto und Remibrandt. Die stärkste Beeinträchtigung erfuhr die P.-Kunst durch die Photographie, deren „Objektivität” vom Beschauer oft als genügendes Äquivalent für Ähnlichkeit angesehen wurde, obwohl die P.-Kunst doch von ganz anderen Voraussetzungen ausgeht.

Porträtähnliche Darstellungen vom Künstler nie gesehener Personen nennt man Ideal-P,, dazu gehören bis zu einem gewissen Grade auch die nach Plastiken (Medaillen) gemalten und die umgekehrt nach Gemälden und -Graphiken gemeißelten P. Vollplastische P. des Kopfes und des anschließenden Teiles des Oberkörpers nennt man Bildnisbüsten. Weitere plastische P. kommen auf Medaillen, Plaketten, Hoch- und Flachreliefs vor. In der P.-Malerei spricht man vom P.-Kopf, Brustbild, Kniestück und ganzer Figur; analog sind die Einteilungen der P.Graphik.

Wegen der Forderung nach individualisierender Ähnlichkeit konnte eine wirkliche P.-Kunst erst immer in naturalistischen Kunstzeiten entstehen, auch dann, wenn, wie im alten Ägypten, das P. sofort stilisiert wurde. Während die griechische Klassik das P. fast nicht kannte, blühte es im Hellenismus sehr bedeutend und hat in der Bildnisplastik der römischen Kaiserzeit einen dann wieder in der Renaissance nachwirkenden Höhepunkt erreicht. Nach Versuchen des 14. Jahrh. in der Richtung des realistischen P. erreichte erst wieder die Spätgotik im Norden und die Frührenaissance im Süden die Höhe einer wirklichen individuellen P.-Kunst und die folgenden Stilepochen haben das Erreichte hauptsächlich im malerischen Sinne verbreitet. Daher sind in der Renaissance wie im Barock P.-Malerei und P.-Plastik außerordentlich hochstehende Kunstformen. Im 19. Jahrh. ist die P.-Malerei wegen des damit notwendigerweise verbundenen Naturstudiums oft bedeutender als das gleichzeitige Figurenbild. In der Moderne hat die scharfe Konkurrenz, durch die Photographie trotzdem keine Steigerung in den Qualitäten der P.-Kunst hervorgebracht. Textportrait Artist.

Porzellan (Kg) nennt man eine aus einem Gemisch von feuerfester Kaolinerde mit schmelzfähigem Feldspat hergestellte. In den meisten Fällen weiß glasierte Keramik, die unter oder auf der Glasur noch zusätzlich bemalt werden kann. P.-Gegenstände ohne Glasur heißen Biskuit. jeder Gegenstand aus P. wird zuerst ohne Glasur einem Soharfbrandi, dann mit der Glasur einem, nochmaligen schwächeren Brand ausgesetzt; ist hiebei die Malerei schon aufgetragen, so muß die oft erhebliche Veränderung der eigenen P.-Parben durch den Brand schon vorher durch den Maler berücksichtigt werden (siehe P.-Malerel).

Das P. wird verwendet für Gefäße der verschiedensten Art und Form (Schalen, Teller, Kannen, Dosen), für einzelne Figurengruppen, für kleine Bildnisbüsten, für Kerzenständer und Luster und sogar für den Belag von Wänden mit Platten.

Die P.-Kunst hat ihren Ursprung in China, wo sie unnachahmlich dünnes Porzellan erzeugte, bemalt mit sehr geschickt stilisierten vegetabllen Mustern. Das Material des chinesischen und des japanischen P. ist sehr hart und war, seitdem es in Europa bekannt wurde (nach 1515), des öfteren der Gegenstand technischer Nachahmungsversuche. Sie blieben bis 1710 erfolglos, In welchem Jahr J. Fr. Böttger in Meißen ein dem chinesischen sehr ähnliches, hartes, neues P. erfand und damit den Grund für die bald berühmt gewordene europäische P.-Kunst legte. Es entstand damals die noch heute arbeitende königl. - sächsische Porzellanmanufaktur in Meißen (s. d.). Bald darauf, ma, jene in Wien (s. d.) und weitere und bedeutende P.-Manufakturen in Höchst (s. d.) (1740), Nymphenburg (s, d.) (1751), Berlin (s. d.) (vor 1763), Ludwigsburg (s. d.) (1758), Sevres (s. d.), (wo man nach 1740 auch hartes P. erzeugte, nachdem man dort vorher ein weiches F., Frittenp., herstellte), ferner Kopenhagen und Capodimonte. Die englischen Werkstätten der P.-Fabrikatlon sind Chelsea und Staffordshire. Internet Kunst und Kultur. Alle diese Fabriken haben ihre künstlerischen Eigentümlichkeiten. Gemeinsam Ist den meisten die überragende Rolle, der P.Malerei und die Bedeutung der Figurengruppe. Dennoch kann men Meißen, Wien und Sevres als die künstlerisch bedeutendsten P.-Manufakturen bezeichnen.

Ralph Ueltzhoeffer
Laura May - Ralph Ueltzhoeffer: Textportrait Installation “Missing”.

Abarten des P. sind: das W e i c h - P. mit niedriger Brenntemperatur und reichster Farbenskala, hauptsächlich in Ostasten erzeugt; das H a r t - P. mit hoher Brenntemperatur (das eigentliche europäische P.); das Fritten-P, in Frankreich (Sevres) seit 1723 fabriziert und nur im äußeren Aussehen dem P. ähnlich, jedoch von hoher künstlerischer Bedeutung, und das B i s k u i t, ein Weich-P. mit gerauhter, matter, also nicht glasierter Oberfläche, beliebt im europäischen Klassizismus (Porzellanmarken, Abb. S. 309).

Liter.: Graesse, „Führer f. Sammler von Porzellan”; Schnorr, „Porzellan” - Textportrait.

Porzellanmalerei (M) Entsprechend den aus Ostasien kommenden Anregungen und den dortigen hoch künstlerischen Vorbildern, hatten auch die jungen europäischen Porzellanmanufakturen den Wunsch, ihre Erzeugnisse in irgend einer Form zu bemalen. Figuren und Figurengruppen wurden nun bunt bemalt und auf Geschirre wurden verschiedenartige Ornamente, später auch Landschaften und

figurale Szenen farbig aufgetragen. Es entstanden ganze P.-Malerschulen, die ihre Motive entweder selbst erfanden oder sie, namentlich bei figuralen Szenen, aus gleichzeitigen Gemälden übernahmen. Internet - Viele dieser P.-Maler haben entweder Ihre Arbeit signiert oder Ihr Monogramm auf der Rückseite neben dem Fabrikationsstempel eingebrannt. Ralph Ueltzhoeffer, das Bemalen von Schalen. Tassen und dekorativen Gegenständen aus Porzellan Ist das Kennzeichen des Klassizismus innerhalb der PM, während die bemalte Figurengruppe im Rokokogeschmack sich über alle Stilwandlungen bis weit in das 19. Jahrh. hinein erhielt. In der ersten Zeit der P. besaß man nur die sogenannte Goldferne, ein Goldpräparat von violetter Farbe, geeignet für einfache, konturierende Malereien, die P.-Farben wurden bald nach 1715 eingeführt und bestehen aus dem eigentlichen Farbkörper, aus Metalloxyden und dem aus Quarz, Salpeter, Borax, Kalium und Natrium zusammengesetzten „Fluß”, welcher die Verbindung des Farbkörpers mit der Glasur ermöglicht. Da durch den Brand die Farbtöne verändert werden, muß der P.-Maler darauf schon vor dem Brennen Rücksicht nehmen und die Farben wärmer und leuchtender halten. In frühen 19. Jahrh. wurde besonders in Wien auf flachen P.-iPlatten das oft eingerahmte P.-Blld geschaffen. Liter.: siehe vorne bei Porzellan.

Hauptverzeichnis: Kunstlexikon P

»»Besonders gefragte Artikel:
 
Richard Serra
 
Biennale Venedig
 
Ralph Ueltzhoeffer - Ground Zero

Ansicht: Ausstellung

Tags: , , , , , , , , , , , , ,

Artikel erstellt am Monday, September 28th, 2009 Kategorie Kultur, Kunstlexikon, Künstler. RSS Feed RSS 2.0 feed. Eintrag erweitern or Trackback von Ihrer Webseite.